Unser Verbandsmitglied Fritz Goluch (HAK 58) führte am 1. September bei Regenwetter 20  unentwegte Teilnehmer die Donaulände entlang. Wir begannen beim Parkbad mit dem Hauptgebäude im Bauhausstil, Architektur und Durchführung geleitet von M. Schlager und Kurt Kühne. Gegenüber stand von 1672 bis 1969 die Wollzeugfabrik, von der heute noch das Zwirnerhaus das Stadtbild verschönt. Die Fabrik war 1753 als erster Linzer Betrieb verstaatlicht worden und war zur Blütezeit mit 26.000 Beschäftigten und reger Exporttätigkeit wirtschaftlich sehr bedeutend (u. a. Impuls für Gründung von Zulieferbetrieben). Neben anderem erzeugte man Kaschmir (Kasimir), sowie Teppiche, die kurioserweise auch in die Türkei geliefert wurden. Die Fabrik war am Ufer eines damals vorhandenen Nebenarmes der Donau gelegen. Unser Blick galt anschließend dem Arcotel Nike, das zunächst als Tourotel vom allseits bekannten Fritz (Hendl-)Jahn mit städtebaulicher Ausnahmewidmung in den 1970er Jahren veranlasst wurde. Jahn entstammte einer Linzer Familie, er machte Karriere vom Piccolo im Klosterhof bis zum Wienerwald-Konzernchef. Die 1958 gegründete Restaurantkette war mit Zweigniederlassungen im Ausland, bis in die USA, einst ein Leitbetrieb europäischer Gastronomie, mit dem damals sehr modischen Schwerpunkt „Hendl“ Gerichte.  Unterwegs blickten wir ans linke Donauufer mit den Hochhäusern einschließlich des Lentia 2000 und dem hoch oben sichtbaren Pöstlingberg. Die Donau war in römischer Zeit Teil des Limes, der Grenzfluss zum germanischen Einflussbereich, später war sie als Transportweg rege genutzt worden. Am Brucknerhaus Vorplatz erblickten wir zunächst die Brucknerbüste, 1970 vom einstigen Realschulprofessor Strahammer geschaffen. Anschließend den Metallbrunnen von Herbert Bayer und die Stahlskulptur „Klangwellen“, eine Hommage an Anton Bruckner. Wir durchwanderten den Sandstrand, dessen Errichtung  Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier ein Anliegen war. Bei der Einmündung der Dinghoferstraße gedachten wir des Bürgermeisters Dinghofer, der 1918 bei der Ausrufung der Republik als Sprecher fungierte. Im Durchgang des Lentos Museums (am Platz des früheren DDSG-Gebäudes) ließen wir uns nochmals die Geschichte der Linzer Brücken erzählen: Eisenbahnbrücke um 1900 als genietete Stahlkonstruktion errichtet, 2017/18 abgerissen – Nibelungenbrücke, in der derzeitigen Form 1943 fertiggestellt, sollte von Nibelungen Figuren bestückt werden, was unvollendet blieb. Beim Bau der Brücke wurde das Geländeniveau verändert, insbesondere wurde der Hauptplatz höher gelegt und die Adlergasse, sowie die Badgasse unterbrochen. Die Brückenkopfgebäude und das Ehrentletzberger Haus sind bis zum alten Geländeniveau mehrfach unterkellert.   Beim Anblick des Stifterhauses unternahm unser Führer einen Exkurs in Stifters Novellenwerk. Er erinnerte an die Kuriosität, dass Adalbert Stifter von seinem Kirchschlager Wohnsitz mit Leintuchsignalen vom Stifterhaus aus in die Stadt gerufen wurde. Wir blickten noch auf das Linzer Schloss, dessen Stadtfront nach dem Brand vom 15. 8. 1800 nicht vollständig wieder aufgebaut wurde, sodass die Renaissancefassade unsymmetrisch wurde. Wir schlossen unseren Spaziergang im Alten Rathaus ab, wo wir ausgiebig das am Boden ersichtliche Linzer Stadtbild studierten. Helmut Machherndl
Neunter Linzer Stadtrundgang mit Fritz Goluch
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